Lesestunde: „Um elf nehme ich den Nachtzug nach Marseille“ von Jean-Marc Rossi
In unserer Lesestunde liest der Schweizer Schriftsteller Jean-Marc Rossi die Geschichte „Um elf nehme ich den Nachtzug nach Marseille“. Der Ich-Erzähler, ein Pressefotograf von kapriziösem Charakter, verfällt darin den grünen Augen einer Unbekannten und lädt sie ein, ihn auf eine Reise zu begleiten. Bald schon verschwindet die Frau, doch der Fotograf kann sie nicht vergessen - bis er sie nach Jahren per Zufall ein zweites Mal trifft. Die Geschichte ist eine von fünf Erzählungen, die Jean-Marc Rossi als sogenannte „Variationen“ unter dem Titel „Immer noch Sommer“ veröffentlicht hat. Der Autor ist in der Romandie aufgewachsen und übersprang mehrmals die Sprachgrenze. So färbt auch die spät erworbene Sprache auf die Erzählweise ab. „Ich habe angefangen zu schreiben, weil ich mich gefragt hatte, wie es nach einer impulsiven, unüberlegten und wahrscheinlich unvernünftigen Entscheidung weitergehen würde“, sagt Rossi. „Wie beispielsweise aus dem Nichts heraus in einen Zug zu steigen. Wie würde die Geschichte weitergehen?“ Der Erzählband „Immer noch Sommer“ ist im Dezember 2022 im Loco-Verlag erschienen.
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